Hintergrund

PARTIZIPATION

Die sich immer mehr vordrängende Gewissheit kirchlicher Planung lautet: Die Zukunft verfassten Christseins in Deutschland ist an der Partizipationsenergie modernen Lebens vorbei nicht zu haben. Ja: Diese Partizipationsenergie ist die zentrale Ressource, von der her sich die Zukunft verfassten Christseins hierzulande entwickeln lassen wird. Die Intelligenz von Kirchenentwicklung wird sich daran entscheiden, ob man aus Prozessen partizipativ angelegten Christseins jene Reservoirs der Motivation, des Engagements und der Innovation erschließen kann, ohne die die Kirche von morgen nicht gedacht werden kann.

TAUFE

Partizipation und partizipative Kulturgestaltung – die theologische Übersetzung dieser Begriffe lautet: Taufe. Die Taufe sichert kirchliche Mitgliedschafts- und Teilhaberrechte und sie motiviert zu einem Lebensstil, in dem sich das eigene biografische Glück an das der Anderen koppelt. In vielen diözesanen Prozessen wird gegenwärtig die Taufberufung als Ressource neu entdeckt und entwickelt.

LEADERSHIP

Zugleich ist die Motivation, Inspiration und Organisation der Taufpartizipation eine der wichtigsten Aufgaben kirchlichen Führungsverhaltens. Hier liegt die aktuell wohl wichtigste geistliche wie strategische Herausforderung für kirchliche Planungs-, Entwicklungs- und Bildungsprozesse. Ziel kann dabei nicht einfach eine Optimierung kirchlicher Organisation sein, sondern das Wohlergehen der Bürger, Dörfer, Städte, Kommunen und Regionen, auf das hin sich Kirche als Ressource versteht. Vom Kontext aus ist führend zu entwickeln, was Kirche jeweils sein kann und sein soll.

FAZIT

Man kann also sagen, dass sich Qualität, Intensität und Relevanz von Kirchenentwicklung heute vor allem im Kraftfeld zweier Pole ereignet: einer in der deutschen Kirche neu zu entdeckenden Taufberufung und einer ebenso neu zu entdeckenden kirchlichen Führungskultur.